Opferschutz ist eine zentrale Aufgabe der Polizei. Straftaten sind nicht nur Zahlen in einer Statistik. Jedes Delikt betrifft einen Menschen, der unter den Folgen leiden kann. Traumatisierung, Angst und Hilflosigkeit sind mögliche Konsequenzen für Betroffene.
Seit mehr als 20 Jahren gibt es in Nordrhein-Westfalen eine strukturierte Opferhilfe. Die Polizei unterstützt Betroffene kurzfristig und vermittelt professionelle Hilfe. In Bochum, Herne und Witten existiert ein Netzwerk aus Polizei, Beratungsstellen und Hilfsorganisationen. Die Opfer erhalten in persönlichen Gesprächen Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten. Externe Einrichtungen wie der Weiße Ring, Frauenberatungsstellen, die Diakonie und der sozialpsychiatrische Dienst stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.
Rechte von Opfern
Seit dem 1. Januar 2024 gilt das neue Soziale Entschädigungsrecht (SGB XIV). Es erweitert die Anspruchsgruppen: Neben Opfern physischer Gewalt erhalten auch Opfer psychischer Gewalt und vernachlässigte Kinder Unterstützung. Leistungen können schneller in Anspruch genommen werden.
Opfer haben Anspruch auf:
- Informationen zu Rechten im Strafverfahren,
- Hilfe bei der Wahrnehmung ihrer Interessen,
- Unterstützung bei der Bewältigung der Tatfolgen.
Die Polizei gewährleistet diese Ansprüche durch:
- Berücksichtigung der Opferbedürfnisse bei jeder Kontaktaufnahme,
- Bereitstellung relevanter Informationen zum Verfahren und zu Entschädigungsmöglichkeiten,
- Vermittlung bedarfsgerechter Opferhilfe.
Hilfsangebote
Es gibt zahlreiche Unterstützungsstellen für Opfer von Gewalt:
- Weißer Ring: Beratung, finanzielle Unterstützung,
- Traumaambulanzen,
- Beratungsstellen für Opfer von Sexualdelikten,
- Psychosoziale Prozessbegleitung,
- Einrichtungen zur Hilfe bei häuslicher Gewalt.
Beratungsangebote in Bochum, Herne und Witten
Betroffene erhalten Beratung und Vermittlung von Ansprechpartnern. Wichtige Kontakte:
- Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 116 016
- Hilfetelefon „Gewalt an Männern“: 0800 1239900
- Hilfetelefon „Sexueller Missbrauch“: 0800 2255530
- Traumaambulanz Bochum: 0234 5077 872862
- Weißer Ring (Bochum): 0234 413398
- Frauenhaus Bochum: 0234 501034
Weitere Anlaufstellen sind in den Beratungsstellen der Polizei und sozialen Einrichtungen zu finden. Die Polizei informiert über den Ablauf eines Strafverfahrens und vermittelt Opferanwälte sowie psychosoziale Begleitung.
Erfahrungen von Betroffenen
Opfer berichten oft von langanhaltenden psychischen Belastungen:
- „Ich kann heute noch nicht allein auf die Straße, sobald es dunkel wird. Die Angst bleibt.“
- „Mein altes Leben gibt es nicht mehr. Seitdem ist nichts mehr wie vorher.“
Diese Aussagen verdeutlichen, wie tiefgehend die Folgen einer Straftat sein können. Die Unterstützungsangebote sollen helfen, den Alltag wieder zu bewältigen.
Fazit
Opferschutz ist ein wesentlicher Bestandteil der Polizeiarbeit. Durch Netzwerke, Informationsangebote und direkte Unterstützung erhalten Betroffene Hilfe. Das Ziel ist, Opfern Wege zur Bewältigung der Tatfolgen aufzuzeigen und sie nicht allein zu lassen.