Bochum bleibt nach schlechtester Saisonleistung Tabellenvorletzter
Der 28. Spieltag der Bundesliga war für den VfL Bochum ein „rabenschwarzer Tag“. Nicht nur die chancenlose 0:4-Niederlage im Heimspiel gegen den VfL Stuttgart schmerzt. Vielmehr machen der spielerische Einbruch und die fehlende mannschaftliche Geschlossenheit Sorgen für die Endphase des Abstiegskampfes, bei dem im Tabellenkeller an diesem Wochenende nur Kiel punktete. Die blau-weißen Fans zeigten sich frustriert und es gab – erstmals in der Saison – Pfiffe im Stadion. Eine Chance auf „Wiedergutmachung“ hat der VfL bereits am kommenden Wochenende beim Heimspiel gegen Augsburg.
Die heutige Partie startete lautstark: Denn die Fans beider Vereine lieferten sich ein stimmgewaltiges Duell. Auf dem Rasen zeigte sich früh, dass die Gastgeber keinen guten Tag erwischt hatten: (Absprache-) Fehler, Ungenauigkeiten vorne und hinten und fehlende körperliche Präsenz ermöglichten den Stuttgartern die ersten Möglichkeiten. Und der Favorit gelang ein früher Doppelschlag: In der 08. Minute das 0:1 nach einem Eckball durch Chabot und in der 10. Minute das 0:2 nach Konter durch Demirovic. Eine Schlüsselszene des ganzen Spiels.
In den ersten Minuten nach dem drohenden Knockout rannte Bochum an, aber nach 20 Minuten verflachte das Spiel. Stuttgart schaltete einen Gang runter, Bochum versuchte dagegenzuhalten, es fehlten aber oft die spielerischen Lösungen, um gegen die früh pressenden Stuttgarter im Punkto Schnelligkeit und Robustheit mitzuhalten. Nachdem Bochum in Leverkusen und gegen Frankfurt noch „auf Augenhöhe“ gegen Topmannschaften mitspielen konnte, war heute davon allerdings nichts zu sehen. Die Folge: Erstmal waren Pfiffe der Fans zu hören. Zumal in der 30. Minute Horn im VfL – Tor nur in letzter Sekunde das 0:3 verhindern konnte.
Und so verblieben nur Einzelaktionen von Krauß und Holtmann, da die blau-weißen Spielern keinen Zugriff auf Spiel bekamen. Und so dauerte es bis zu 36. Minute als Bochum die erste Ecke erreichte, konnte sich aber nicht in der Stuttgarter Hälfte festsetzen. Stattdessen behielten die agileren und schnelleren Gäste die Oberhand der ersten Halbzeit, die nach einer Minute Nachspielzeit durch Schiedsrichter Brych beendet wurde.
(c) Sebastian Sendlak / BOND
0:2 Rückstand nach frühem Stuttgarter Doppelschlag: dritte Heimniederlage in Folge droht
VfL-Coach Hecking reagierte und brachte zur Halbzeit Masovic und Massouras für Passlack und Boadu. Der frühe Doppelwechsel brachte bei den Bochum Fans neue Hoffnung, die aber bereits nach drei Minuten in der zweiten Hälfte einen heftigen Dämpfer bekam: In der 48. Minute erzielte Demirovic das 0:3, gleich zwei Bochumer Abwehrspieler hatten die Zuordnung verloren. Während sich die Bochumer und Stuttgarter Fans ein Gesangsduell lieferten, verhinderte Horn per Fußabwehr das 0:4 (56. Minute).
Stuttgart schaltete nun in den „Energiesparmodus“ und überließ Bochum den Spielaufbau, ohne die Spielkontrolle abzugeben. Dazu fehlte Bochum an diesem Tag zwar nicht der Wille, aber die körperliche Robustheit und die spielerischen Ideen, um dagegen- und mithalten zu können. Selten in dieser Saison war ein Klassenunterschied so deutlich zu sehen, wie am heutigen Tag im mit 26.000 Zuschauern ausverkauften Vonovia-Ruhrstadion. Und daher kam es in der 85. Minute noch düsterer für Bochum. Demirovic erzielte das 0:4, weil erneut die Zuordnung der Bochumer Abwehr, die einen „rabenschwarzen“ Tag hatte, nicht passte.
Es gibt auch Hoffnungsschimmer aus Sicht der VfL-Fans. Die Bochumer Spieler gaben sich nicht auf, allerdings fehlte dem VfL heute viele Tugenden, die vorherige Heimspiele ausgezeichnet haben. Dazu gehörte vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit, die aus Sicht von Stürmer Hofmann und Coach Hecking heute gefehlt haben.
Hecking: „Das war eine kollektive Nichtleistung“
Trotz der fehlenden Basics im VfL – Spiel sieht Coach Hecking weiterhin die Chance, in den verbleibenden sechs Spielen, wieder zu punkten: „Wir müssen dazu unsere Basics, die heute kollektiv gefehlt haben, wieder auf den Platz bringen.2
Für Philipp Hofmann kam der Totalausfall der Mannschaft „unerwartet“, da für den Stürmer alles gestimmt hatte. Trainer Hecking hingegen hatte einen solchen Ausfall befürchtet und war nach seinen Aussagen, unter der Woche mit einem Training nicht zufrieden gewesen und habe dies der Mannschaft gesagt.
Einig waren sich Spieler und Trainer allerdings darin, dass der VfL sich solche Leistungen wie heute nicht mehr leisten darf: Für die gemeinsame Mission Klassenerhalt 2025.
Nach dem heutigen Spiel stellt sich – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – die Frage, ob alle Spieler die körperliche Robustheit und Qualität für die höchste deutsche Fußballklasse haben?
Die Antwort darauf können die Spieler des VfL bereits nächste Woche geben, wenn das nächste Heimspiel (12. April, 15:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion) gegen den FC Augsburg (aktuell Platz 10 in der Tabelle) ansteht. Es wird wohl ein Richtungsspiel werden.