Auf Hygiene achten – Ansteckungen vermeiden
Gerötete Flecken, entzündliche Schuppungen und kahle Stellen auf der Kopfhaut, im Nacken oder im Bartbereich können Anzeichen einer Fadenpilzinfektion (Trichophyton tonsurans) sein. In den letzten Monaten haben Dermatologen vermehrt solche Fälle beobachtet. Die Infektion kann durch direkten Hautkontakt, gemeinsam genutzte Textilien oder kontaminierte Rasierutensilien übertragen werden. Besonders betroffen sind Kinder und junge Männer.
Ursprünglich trat der Pilz hauptsächlich im Ringersport auf, wo enger Hautkontakt die Ansteckung begünstigte. Doch auch alltägliche Situationen, wie das Teilen von Kopfkissen, Handtüchern oder Kleidung, können eine Infektion auslösen. Eine mögliche neue Ansteckungsquelle sind zudem kontaminierte Rasier- und Haarschneideutensilien. Kleinste Hautverletzungen beim Rasieren bieten Eintrittspforten für die Pilzsporen, wodurch sich die Infektion ausbreiten kann. Da sich die ersten Symptome oft erst nach ein bis vier Wochen zeigen, bleibt der Infektionsweg häufig unbemerkt.
Wer auffällige Hautveränderungen bemerkt, sollte eine hausärztliche oder dermatologische Praxis aufsuchen. Eine frühe Diagnose erleichtert die Behandlung und reduziert das Ansteckungsrisiko für andere. Je nach Schwere der Infektion erfolgt die Therapie mit Antimykotika zum Einnehmen oder Auftragen. Eine konsequente Anwendung ist wichtig, um einen Rückfall zu verhindern.
Schutz vor Ansteckung
Zur Vorbeugung sollte auf eine gründliche Hygiene geachtet werden. Folgende Maßnahmen helfen, das Risiko einer Infektion zu minimieren:
- Keine gemeinsamen Hygieneartikel nutzen: Kämme, Bürsten, Rasierer, Kopfkissen und Handtücher sollten nicht geteilt werden.
- Regelmäßiges Waschen: Textilien wie Bettwäsche und Handtücher sollten bei mindestens 60 Grad mit Bleichwaschmittel gereinigt werden.
- Rasierer desinfizieren: Scherköpfe, Klingen und andere Rasierutensilien sollten nach jedem Gebrauch desinfiziert werden. Einwegklingen sind empfehlenswert.
- Hygiene in Friseursalons und Barbershops prüfen: Kunden können sich vorab über die Hygienestandards informieren.
Wer an einer Fadenpilzinfektion leidet, sollte körperlichen Kontakt mit anderen vermeiden. Sauna- und Schwimmbadbesuche sind während der akuten Phase nicht ratsam. Eine gute Hautpflege und trockene Kopfhaut unterstützen die Heilung.
Obwohl der Pilz nicht meldepflichtig ist, weisen Dermatologen darauf hin, dass die Infektionszahlen steigen. Gründliche Hygienemaßnahmen und aufmerksame Hautpflege können helfen, eine weitere Verbreitung zu verhindern.